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Bernd
Scholl mit dem Pony Litzka beim Hacken von Porree
 Renate
Buchhorn mit dem Gemüsewagen
 Litzka
im Folientunnel
 Pflügen
mit Fritz
 Jersey-Kühe
mit schönen Augen und Hörnern
 Auch
Schulklassen sind willkommen in Sommersdorf
 Fritz
beim Pflügen er hat mich
zweifelsohne sehr beeindruckt. (Bernd erzählt, daß es
mittlerweile zum Glück verboten ist, die Schwänze der
Kaltblüter zu kupieren. .. Fritz schlägt aus, wenn ihn
die Mücken plagen.. )
 ein
historischer Pflug
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Auf
dem Markt in Gunzenhausen kaufe ich gerne bei einem ganz
besonderen Gemüsestand ein. Dort gibt es schonmal schwarze
Karotten, blaue und rote Kartoffeln, leckeren Lauch, - die Gemüse
schmecken mindestens so gut wie die raren Erzeugnisse meines
eigenen Gartens, wenn nicht sogar besser Die Leute
interessieren mich.
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Besuch
in Sommersdorf: An einem Sonntag Nachmittag besuche ich
Renate Buchhorn und Bernd Scholl in Sommersdorf. Ich komme in eine
gemütliche alte Bauernstube mit Bohlenbalkendecke, im
Holzherd brennt ein Feuer, Besuch ist da aus der Schweiz, der zum
Helfen gekommen ist. Später kommen die zwei Kinder, und eine
Freundin. Die Stube ist voll.
Wie kommt man dazu, so
exotisch zu arbeiten? Mit exotisch
meine ich die Arbeit mit Pferden auf dem Acker und in den
Gemüsebeeten und Folientunneln des 9 ha großen
Demeter-Betriebes. Bernd Scholl gibt eine erstaunliche Antwort:
2/3 aller Nahrungsmittel werden weltweit mit Hilfe
von Zugtieren erzeugt, ohne motorisierte Maschinen. In Afrika
versuchen Entwicklungshelfer gerade, den Frauen zu zeigen, mit
Eseln auf dem Feld zu arbeiten, statt Esel nur für den
Transport von (männlichen) Menschen zu verwenden. Arbeit mit
Tieren ist alles anderes als exotisch. Bis zu einer
arrondierten Betriebsgröße (= die Felder sind alle an
einem Stück, nicht so verteilt wie hier in Mittelfranken) von
60 ha. kann auch in Mitteleuropa mit Pferden rentabel gearbeitet
werden. Es scheitert nicht an Unwirtschaftlichkeit, es scheitert
an den Menschen. Die Zahl der Betriebe, die mit Pferden arbeiten
nimmt wieder zu: Ca. 100 sind es mittlerweile wieder in
Deutschland. In Norwegen gibt es einen Betrieb, der 100 ha
vorwiegend mit Pferden bewirtschaftet. Es sind nur 2 Familien und
Praktikanten, die diese Arbeit bewältigen. Sie haben auch
Traktoren, dafür, wenn mal etwas schnell gehen muss- aber
vorwiegend wird mit Pferden gearbeitet.
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Landwirtschaft
ist grundsätzlich wenig rentabel Eigentlich logisch,
dass sich die Menschen in den ärmeren Ländern den teuren
Sprit und die teuren Maschinen nicht leisten können, um
Nahrungsmittel zu erzeugen. Nur nachgedacht habe ich darüber
noch nie.... aber dass es sich hier in Deutschland verwirklichen
läßt, mit Pferden zu ackern, und als
landwirtschaftlicher Betrieb davon zu leben, das erstaunt schon.
Bernd sagt weiter: Landwirtschaft ist grundsätzlich
eine Arbeit, die wenig rentabel ist. Es gibt viele Betriebe, die
voll automatisiert sind, riesige Flächen haben, die aber an
der unteren Grenze der Wirtschaftlichkeit sind, weil die
Maschinen, die Zusatzstoffe, die Betriebsmittel so viel kosten.
Jetzt allmählich wird es vielen Landwirten bewusst, - aber
wer einmal in der Mühle drin ist, kommt nicht mehr raus.
Seit
20 Jahren Gemüseanbau und Direktvermarktung: Bernd
Scholl und Renate Buchhorn haben beide Landwirtschaft studiert.
Sie stammen beide nicht aus Bauernfamilien. Da hat man es
einerseits schwerer, weil ein Stück weit die
Selbstverständlichkeit und Erfahrung von Kindesbeinen an
fehlt, (und es mangelt auch am Hoferbe (d.R.)) aber andererseits
auch leichter, denn man ist nicht so festgefahren, die
Arbeitsabläufe und Techniken sind nicht so vertraut, man ist
freier, Neues zu versuchen. Seit nunmehr 20 Jahren bauen die
beiden Gemüse an in Sommersdorf und verkaufen es auf den
Wochenmärkten. 98% der erzeugten Lebensmittel werden direkt
vermarktet. Viele Kunden wissen die bunten Gemüse zu
schätzen. Bereits nach zwei Jahren waren sie als
Vollerwerbslandwirte anerkannt. Die Flächen sind
kontinuierlich mehr geworden, das Land haben sie teilweise kaufen
können und seit 12 Jahren arbeiten sie mit Pferden. Zuerst
war es eine Kaltblutstute, dann kam ein großer belgischer
Wallach dazu, schließlich noch zwei Ponys, die für die
Folientunnel geeigneter sind. 4 Pferde ob der Sprit
für die Tiere selbst angebaut wird? in guten Jahren,
wenn das Gras gut wächst, reicht es. Manchmal brauchen wir
etwas mehr.
Warum
mit Pferden? ... aber
zurück zur Frage warum mit Pferden? eigentlich
haben wir es immer gewollt, und dann haben wir es gemacht. Wir
haben geglaubt, dass es machbar ist. Man muss sich halt denken,
dass es besser ist als Fitnesstudio, wenn man hinter dem Pflug im
weichen Ackerboden stapft und nicht meinen, dass es
Plackerei ist... Für den Boden ist die Bearbeitung mit
Pferden einfach so viel besser. Der Boden wird nicht so
verdichtet. Für die Bodenlebewesen ist es gut. Wir haben
unsere Gemüse mehrfach in Triesdorf untersuchen lassen auf
die Fähigkeit, Freie Radikale zu binden. EQC (=
elektrochemisches Qualitäts-Consulting) wird dieses Verfahren
genannt. Unsere Gemüse haben oft sehr gut abgeschnitten.
Nicht immer es kommt auch auf die Witterung an. Freie
Radikale das sind die kleinen Teilchen, die u.a. Krebs
auslösen können. Die zunehmende Umweltbelastung schädigt
die Böden. Wir wollen Lebensmittel anbauen und verkaufen, die
Energie geben, und die heilsam sind, die Menschen vollständiger
machen. Deren Wirkung können Heilpraktiker leicht messen.
Was
für einen Preis zahlt man für so ein Leben gegen den
Strom? Ich frage nach
dem Preis, den Renate und Bernd bezahlt haben, dafür, dass
sie so anders, so gegen den Strom leben und arbeiten. Preis?
Nein, Preis haben wir keinen bezahlt. Im Gegenteil. Unser Preis
ist grosse Zufriedenheit. Wir tun das, was wir tun, für uns
selbst. Wir kommen über die Runden. Es geht darum, dass ich
mich selbst in Ordnung bringe, dann werden auch andere davon
ergriffen.
Was
ist die Philosophie? Ganz einfach . Wir versuchen,
die Dinge mit Liebe zu tun.
Wir gehen auf den Acker,
die Tiere besuchen, die in großen Offenställen stehen..
2 schöne, grossäugige Jersey-Kühe, ein Ochs, ein
Kälblein, fressen zufrieden Heu, - sie wurden angeschafft,
weil Kuhmist doch noch etwas besser ist als Pferdemist. .. und
auch wegen der Milch. Fritz, ein mächtiger Belgier begrüßt
uns prustend, zusammen mit der Stute Lotte und den Ponys Max und
Litzka. Eine fröhliche Praktikantin mistet aus und verteilt
dann Heu.
Lebt
Ihr euren Traum? Diese
letzte Frage erübrigt sich fast. Ja, wir leben
unseren Traum, aber dass der nicht abhanden kommt, da muss man
ständig was dafür tun.
Bernd
Scholl und Renate Buchhorn haben zwei Kinder, eine feste
Mitarbeiterin, und meist noch eine/n Praktikant/in.
Nachwort
zur Energiebilanz in der Landwirtschaft: Heutzutage wird
nur nach der betriebswirtschaftlichen Bilanz gesehen. Eine
ganzheitliche Betrachtungsweise fehlt. Die Bilanz ist
erschreckend, und die Frage stellt sich, wo der wirkliche
Fortschritt liegt.
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